Die Fotografie begleitet mich, Jg. 1949, fast mein ganzen Leben. Schon als Jugendlicher sammelte ich erste Erfahrungen mit einer Edixa-Spiegelreflexkamera, entwickelte und vergrößerte selbst und machte erste Erfahrungen mit Fotogrammen.
Verfallene und verwitterte Dinge, an denen andere achtlos vorübergehen, haben für mich einen ganz besonderen Reiz, Verfall und Vergänglichkeit sind deshalb meine bevorzugten Motive: die Bildung
von Rost an Metallen, absplitternde Lackfarben, verwittertes Holz, zerrissene Plakatreste, zersplittertes Glas, organische Überwucherungen usw.
Die bildliche Darstellung im Stadium des Verrottens, Verfaulens, Verfallens zeigt die Gegenstände in der Phase, in denen sie von uns aufgegeben und vergessen, in der sie sich selbst und den Veränderungsprozessen der Natur überlassen wurden.
Die neu entstehenden ästhetischen Reize weisen eine ganz eigene Schönheit auf - deren Betrachtung allerdings nicht ohne einen leichten Schmerz erfolgt, denn sie erinnert immer auch an das
vergebliche menschliche Bemühen nach Bewahrung und Erhaltung.
In letzter Zeit hat sich die Motivauswahl dahingehend verändert, dass immer mehr das Gegenständliche völlig verschwunden ist. Die Fotografien werden total abstrakt.
Es sind jetzt allein Veränderungen und Verletzungen auf der Oberfläche (Farbspritzer, Kratzer, Rost) die die Bilder bestimmen. Statt eines Abbildes entsteht ein Strukturbild.
Diese Beschädigungen der ursprünglich perfekten Oberflächen transformieren den ursprünglich zweckbestimmten Gegenstand, verändern damit seinen Aggregatzustand. Wobei die Veränderungen sowohl durch natürliche Einflüsse (Witterung, die z.B. zu Rost und Rissen führt), als auch unbeabsichtigte menschliche Eingriffe (Kratzer etc.) hervorgerufen werden.